Forschungsgebiet Legal Gender Studies

 

Legal Gender & Queer Studies widmen sich jenen Arten und Weisen, in denen das Geschlechterverhältnis im Recht hergestellt und verarbeitet wird. Recht macht Geschlecht in einem ganz grundlegenden Sinn: Jede Person bekommt einen geschlechtlichen Personenstand zugewiesen, der entweder männlich oder weiblich ist. Diese Zuweisung hat erhebliche Auswirkungen mit Blick auf die Verteilung von Rechten und Pflichten, Gütern und Lasten. Sie ist daher auch ein Gerechtigkeitsproblem und als solches ein zentrales Thema der Rechtsphilosophie.

Geschlechterfragen stellen sich in nachgerade allen Rechtsgebieten, wenn der Blick entsprechend fokussiert wird. Exemplarisch seien einige zentrale Forschungsfelder herausgegriffen:

  • Grundlegende Fragen der Zuweisung von Geschlecht und der daran geknüpften rechtlichen und sozialen Folgen (Transgender, Intergender)
  • Gleichstellung, Antidiskriminierung, Förderung, Gender Mainstreaming und Diversity Management
  • Menschenrechte in gender_queerer Perspektive: Frauenrechte als Menschenrechte, Menschenrechte von LGBTIQ*-Personen (LGBTIQ*: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intergender, Queer/Questioning)
  • Fragen der rechtlichen Organisation menschlichen Zusammenlebens in Nahbeziehungen: Ehe, eingetragene Partner_innenschaft, Lebensgemeinschaften

Legal Gender Studies können an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät im Rahmen einer Schwerpunktausbildung (Wahlfachkorb Legal Gender Studies) absolviert werden.

Grundlegende Fragen und aktuelle Herausforderungen werden einmal im Jahr im Rahmen des Feministischen Juristinnentags (FJT) diskutiert. Der 42. FJT fand im Jahr 2016 erstmals in Wien statt - mit 320 Teilnehmerinnen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Universität sowie Rechtspraxis.

Der 43. FJT fand vom 12. - 14. Mai 2017 in Hamburg statt.


 

Interdisziplinärer Forschungsverbund Geschlecht und Handlungsmacht / Gender & Agency.


Third Mission Projekt : Komplexes Verständnis von Geschlecht im Recht